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Ersparnisse der Deutschen auf Rekordniveau!
Ende 2010 summierte sich das Geldvermögen der deutschen Haushalte auf 4,93 Billionen Euro. Noch niemals zuvor hatten die Deutschen so viel (Geld) auf der hohen Kante liegen. Der größte Teil des Geldvermögens entfällt dabei auf Spareinlagen, Bargeld und Geldanlagen bei Versicherungen (etwa zwei Drittel). Der Anteil in Aktien beträgt nicht einmal mehr 5 Prozent (4,69 %). Noch vor 50 Jahren lag der Aktienanteil der Deutschen bei über 20 Prozent. Immerhin 12 Prozent des Geldvermögens sind in Investmentfonds investiert.
Geldvermögen der Deutschen (4,93 Billionen Euro)

Quelle: Bankenverband 2011
Mit sinkender Aktienquote viel auch die Rendite des Geldvermögens der privaten Haushalte in Deutschland. Nach einer Publikation der Allianz Global Investors betrug sie zwischen 1961-1970 4,3 % nominal und 1,8 % real (der Realzins ist der Nomianlzins abzgl. der Inflationsrate). Zwischen 1971 und 2000 schwankte die nominale Rendite auf das deutsche Geldvermögen ziemlich konstant um Werte von 4,5 %. Die hohe Inflation während der 70er Jahre u. a. ausgelöst durch die Ölkrise sorgte dabei teilweise sogar für negative Realzinsen. Im Zeitraum 2001 bis 2010 beträgt die mominale Rendite 2,9 % und die reale Rendite 1,3 %. Inwiefern die gesunkene Aktienquote und die generell niedrige Risikobereitschaft der Deutschen beim Thema Geldanlage, mit dem herben Rückgang der Gesamtrendite auf das deutsche Geldvermögen zusammenhängt, können wir an dieser Stelle nicht allumfänglich klären. Ein enge Beziehung erscheint uns jedoch naheliegend.
Tendenziell besteht eine hohe Korrelation zwischen Aktienkurs und Aktienquote. Mit anderen Worten ausgedrückt: "Steigt der DAX, so steigt auch die Zahl der Aktionäre bzw. der Anteil des Aktienvermögens am Gesamtvermögen. Zum großen Teil rührt dieser Effekt aus dem durch den Preisanstieg verursachten Anstieg des Aktienvermögens, aber auch die zunehmende Zahl an Nettoakieneinkäufen (in steigenden Märkten) führt zu einer Erhöhung der Aktienquote. Nun ist in Deutschland zu beobachten, dass etwa seit der Aktienbaisse der Jahre 2002/2003 der Anstieg der Aktienquote mit dem Kursanstieg des DAX nicht mehr mithalten konnte. Die Aktienquote stieg nur etwa halb so schnell wie der deutsche Leitindex, um im folgenden Abschwung noch viel deutlich zu fallen. Die Deutschen entwickeln also eine zunehmende Scheu vor Aktien. In diesem Zusammenhang verwundert eine weitere Tatsache: Der allgemeine Rückgang jüngerer Haushalte (unter 40 Jahren) am Anteil der Aktienbesitzer. Wobei dieser Effekt auch in unseren Nachbarländern - inbesonder in den Niederlanden - zu beobachten ist. Experten versuchen diesen Effekt mit dem späteren Einstieg in die Erwerbstätigkeit - Stichwort "Generation Praktikum" - sowie mit einer steigenden Unsicherheit im Bezug auf höhere künftig zu erwartende Steuerbelastungen als auch fallende Erwartungen an die staatliche Altersvorsorge zu erklären. Gerade in diesem Hinblick scheint es uns jedoch besonders wichtig, eine Geldanlagestrategie zu wählen, deren Ertragschanchen diesen Erwartungen Genüge leisten können. Um ein gut diversifiziertes Portfolio aus Aktien, Anleihen, Rohstoffen und Immobilien kommt daher keiner herum, der insbesondere für sein Alter vorsorgen möchte.
Bei Analysen von Kundendepots erkennen wir meist die selben Fehler: "Es existiert keine Diversifikation über unterschiedliche Vermögensklassen, Emittenten, Branchen, Länder und Währungen. Ein Großteil der Vermögensanlage ist daher einem unnötig hohen Risiko ausgesetzt." Neben der einseitigen Ausrichtung sind vor allem die viel zu hohen Kosten diejenigen Punkte, die wir an den "Beratungsleistungen" der Banker kritisieren. Zieht man bei vielen Anlegern von der erzielten Nachsteuerrendite die Inflationserwartung ab, so bleibt eine negative Rendite, d.h. der Anleger erleidet einen Verlust.
