Aktienanleihen | Finanzprodukte | Emittent

Bei Aktienanleihen (reverse convertible) handelt es sich um strukturierte Finanzproduke, bei welchem der Emittent (i. d. R. die Bank) am Ende der Laufzeit das Recht hat, entweder den Nominalbetrag zurückzuzahlen, oder eine vorher festgelegte Anzahl Aktien eines oder mehrerer Unternehmen zu liefern. Im Prinzip entspricht eine Aktienanlihe also einer Kombination aus zwei Produkten, nämlich typischerweise einer Unternehmensanleihe und einem Put-Optionsschein auf Aktien eben dieses Unternehmens. Der Kaüfer einer Aktienanleihe übernimmt also das Risiko eines Kurseinbruches der zugrundeliegenden Aktie. Er geht ein Stillhaltergeschäft in einem Put-Optionsschein ein. Dieses zusätzliche Risiko wird mit einer höheren Rendite als beim Kauf der normalen Unternehmnsanleihe entlohnt. Der Investor bekommt den normalen Kupon aus der Unternehmnsanleihe plus einen Teil der Optionsprämie aus dem Schreiben der Option. Prinzipiel stellt sich für den Investor die Frage, ob er mit einem Kauf der Unternehmensanleihe und einem seperaten Optionsgeschäft nicht besser fährt? Diese Frage kann eigentlich nur mit ja beantwortet werden. Bei der Neuemission einer Aktienanleihe kalkuliert die Bank typischerweise eine Gebühr von ein- bis eineinhalb Prozent mit ein. Zudem sieht sich der Käufer einer solchen Anleihe zusätzlich dem Emittentenrisiko ausgesetzt, jenes Risiko dass der Anbieter der Akienanleihe (Inhaberschuldverschreibung) seiner Zahlungsverpflichtung nicht mehr nachkommen kann. Ein Fall der bis zur Lehmann-Pleite nur als theoretisch angesehen wurde, der aber im derzeitigen Umfeld massiv an Bedeutung gewinnt. Darüber hinaus läst sich die Entlohnung dieses Risikos quasi nicht ermitteln.

 

Aus welchem Grund emittiert nun die Bank Aktienanleihen?

Der Hauptzweck ist Geldbeschaffung! In der Regel wird die Bank bei Emission einer Aktienanleihe mit anderen Finanzinstituten Gegengeschäfe abschließen, um selbst kein Risiko mehr aus der Position zu tragen. Nach Abschluss dieser Geschäfte ergibt sich für die Bank ein Zinssatz der den Kosten für die Kapitalaufnahme entspricht. Die Bank kann also über die Laufzeit der Anleihe mit unveränderlichen Kapitalkosten in Höhe des Emissionsvolumen kalkulieren.

Ein weiterer Zweck ist die Generierung von Produkten für das Retailgeschäft der Bank. Die Kundenberater sind ja darauf angewiesen ihren Kunden attraktive Angebote zur Geldanlage zu bieten um damit Provisionserlöse für ihr Institut zu erzielen.


Auch ist es denkbar, dass die Bank Aktienanleihen begibt um eigene Bestände in der zugrundeliegenden Aktie abzusichern, oder sie betreibt damit ein Hedging für selbst emittierte Put-Optionsscheine dieser Akite. Vielleicht rechnet sie auch mit sinkenden Kursen des Basiswertes und möchte somit einen positiven Beitrag zum Handelsergebnis erzielen. Dies dürften jedoch die Ausnahmen sein. Der Hauptzweck ist wie gesagt die Geldbeschaffung (Funding) zu einem bestimmten Zinssatz.

 

Lohnt sich also für den Kunden der Kauf von Aktinanleihen?

Kommt drauf an. Kunden die eigentlich vom Optionsgeschäft die Finger lassen möchten kann definitiv nicht zum Kauf einer Aktienanleihe geraten werden. Für Kunden, die mit der Funktionsweise und dem Risiko von Optionsgeschäften vertraut sind, die sich aber nicht die Mühe machen nöchten ein Anleihe- und ein Otpionsgeschäft separat abzuschliessen, für die können Aktienanleihen durchaus interessante Investitionsmöglichkeiten bieten. Nicht zu vergessen, dass Optionsgeschäfte nur in bestimmten Kontraktgrößen abgeschlossen werden können und somit für Anleger, die nur einen sehr kleinen Teil ihrese Vermögens auf diese weise investieren möchten von vornherein ausscheiden.

Für diejenigen die mit Optionsgeschäften vertraut sind ist die separate Anlage mit ziemlicher Sicherheit die günstigere und weniger risikobehaftete.