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Unternehmensanleihen | Anleihen | Finanzen
Anleihen werden von den verschiedensten Emittenten ausgegeben. Werden Anleihen nicht von Staaten, Gemeinden oder Kommunen ausgegeben sondern aus dem Bereich der Privatwirtschaft bezeichnet man diese Papiere als Unternehmensanleihen.
Kurse und Renditen von Unternehmensanleihen:
Kurse von Anleihen werden nicht in Euro, sondern in einem Prozentwert vom Nominalwert (Rückzahlungswert) angegeben. Normalerweise werden Anlihen in Nominalwerten von je 1.000 Euro gehandelt (natürlich vorausgesetzt sie lauten auf Euro) aber auch Eineheiten zu 10.000, 50.000 oder 100.000 Euro sind auf den Rentenmärkten nicht unüblich. Eine Kursnotierung von 102,50 (Prozent) entspräche folglich einem Wert von 1.025 Euro je Anleihe. Da Unternehmensanleihen einen über die gesamte Laufzeit konstanten Zinssatz haben (Ausnahme variabel verzinsliche Anleihen sog. Floating Rate Notes) sinkt ihr Wert bei steigenden Marktzinsen. Dies lässt sich damit begründen, dass bei einem steigenden Zinsniveau Investoren eher in neue Anleihen mit einem höheren Zinskupon investieren werden, als in ältere Anleihen mit geringeren Zinszahlungen. Analog steigt der Kurs einer Anleihe bei fallenden Marktzinsen.
Liegt der Kurs einer Anleihe bei unter 100%, addiert sich bei Fälligkeit zusätzlich zu der Verzinsung noch ein Rückzahlungsgewinn. Nominalzins und Rückzahlungsgewinn werden bei der Renditeberechnung einer Anleihe zusammengerechnet und annualisiert. Die Rendite ist somit der Wert, der Anleihen trotz unterschiedlicher Kupons, Laifzeiten und Kursen vergleichbar macht. Marktteilnehmer werden gezielt Anleihen mit den höchsten Renditen (bei gleicher Laufzeit und Bonität) kaufen und die Papiere mit niedrigeren Renditen verkaufen. Dieser Markteffizienz genannte Mechanismus bewirkt, dass sich die Kurse (und folglich die Renditen) von Anleihen gleicher Art weitgehend angleichen. Dies gilt natürlich nicht für unterschiedliche Laufzeiten, da, wenn der Markt beispielsweise steigende Zinsen erwartet, sich jeder Anleger nur kurzfristig binden wird, um erst nach erfolgter Zinserhöhung in Papiere mit höheren Kupons und längeren Laufzeiten zu investieren. Neben den Laufzeiten hängt die Rendite von Unternehmensanleihen maßgeblich von der Kreditwürdigkeit des Schuldners ab. Dabei gilt: Je geringer die Kreditwürdigkeit, desto höger der Risikoaufschlag und somit die Rendite, die der Anleger bei vollständiger Rückzahlung der Anleihe erwarten kann.
Für ein Rating der Agentur S&P gelten beispielsweise folgende Ausfallwahrscheinlichkeiten:
Ratingklasse 1-Jahres-Ausfallrate in % 5-Jahres-Asfallrate in %
AAA 0,00 0,10
AA 0,01 0,29
A 0,04 0,59
BBB 0,27 2,83
BB 1,12 10,65
B 5,38 24,16
CCC bis C 27,02 47,56
(Quelle: Christian Wappenschmidt / Ratinganalyse durch internationale Ratingagenturen / München 2008)
Die Kurse von Unternehmensanleihen sind nicht nur für Anneihekäufer von Bedeutung. Auch Aktienanleger sollten hin- und wieder einen Blick auf die Anleihekurse von Unternehmen an denen sie beteiligt sind werfen. Notieren Anleihen deutlich unter 100% und das obwohl der Markt nicht von steigenden Zinsen ausgeht, ist dies oft ein Zeichen für eine gewisse Schieflage des betreffenden Unternhmen. Denn es spricht ja nichts dagegen, dass bei Kursen unter 100% sagen wir bspw. 90% das emittierende Unternehmen selbst die eigenen Anleihen vor Fälligkeit zum aktuellen Kurs zurückkauft und sich somit die Differenz zum wesetnlich höheren Rückzahlungswert einspart. Tut es dies nicht, kann dass ein Anzeichen für ernsthafte Bonitätsprobleme sein!
