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International Financial Reporting Standards (IFRS)

Die International Financial Reporting Standards (IFRS) bezeichnen internationale Bilanzierungsvorschriften für Unternehmen, die vom International Accounting Standards Board (IASB) veröffentlicht werden. Sie sollen dazu dienen Unternehmen international vergleichbar zu machen. Die IFRS werden von vielen Ländern für Unternehmen vorgeschrieben und enthalten Standards und offizielle Interpretationen dieser Standards. Primärziel ist es, Informationen über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu liefern.

Datenqualität von Unternehmensdaten

Entstehung / Geschichte

Im März 2001 wurde in Delaware (USA) das International Financial Reporting Standards Foundation gegründet.

Gesamtkapitalrendite

Ziele

Jahresabschlüsse nach IFRS sollen in erster Linie Aufschluss über die Vermögens-, Finanz-  und Ertragslage eines Unternehmens geben. Hier liegt bereits ein wichtiger Unterschied zum 3. Buch des deutschen HGB.

Dieses stellt zunächst ausdrücklich auf den Gläubigerschutz ab und erst anschließend auf die oben genannten Informationsziele.

Die IFRS-Rechnungslegung sieht sich zunächst dem obersten Grundsatz der Periodenabgrenzung und des Fortführungsprinzips verpflichtet. Außerdem muss jeder Abschluss den Anforderungen nach Entscheidungsrelevanz, Wesentlichkeit, Verständlichkeit und Vergleichbarkeit nachkommen.

Dabei soll die Vergleichbarkeit der Abschlüsse kapitalmarktorientierter Unternehmen weltweit erleichtert werden. Weiterhin soll der Aufbau eines integrierten Kapitalmarkts gewährleistet werden. Dieser soll weitgehend wirksam, reibungslos und effizient funktioniert. Darüber hinaus soll der Schutz der Anleger verbessert werden. Auch ist es ein Ziel dieser international verbindlichen Regelungen das Vertrauen in die Finanzmärkte und den freien Kapitalverkehr im Binnenmarkt zu stärken. 

Schließlich sollen Regelungen für grenzüberschreitende Geschäfte oder für die Zulassung an allen Börsen der Welt verbindlich getroffen werden.

Eigenkapitalquote

Aufbau der IFRS

Die IFRS werden in englischer Sprache erstellt und veröffentlicht. Sie werden jedoch auch in andere Sprachen übersetzt.

Die IFRS stellen vereinfacht gesagt eine Sammlung von Regelungen für die Rechnungslegung von Wirtschaftsunternehmen dar.

 

Wichtig ist die einheitliche Auslegung dieser Standards. Hierzu gibt es seit 1997 das SIC und später das IFRIC. Diese Gremien sollen Probleme lösen, die bei der Anwendung des IFRS zu Tage treten.

FScore Entscheidungsgrundlage

Diskussion

Oftmals wird argumentiert, dass durch die Anwendung der IFRS die Kreditverhandlungen von Unternehmen mit Banken aufgrund der erhöhten Transparenz bezüglich einiger Kennzahlen wie Liquidität, Eigenkapitalquote und Lagerumschlag vereinfacht wird. Zu bedenken ist hierbei jedoch auch, in wieweit die Regelungen des IFRS überhaupt internationale Rechtsverbindlichkeit besitzen. Grundsätzlich entscheidet jedes Land selbst ob, und gegebenenfalls wie weit, es die Regelungen des IFRS übernehmen möchte. Auch für welche Art von Unternehmen der IFRS Anwendung finden soll entscheidet jedes Land individuell. In der EU beispielsweise sind alle Unternehmen, deren Wertpapiere an einem geregelten Markt innerhalb der EU zugelassen sind, verpflichtet, ihren Jahresabschluss nach den Regeln des IFRS zu erstellen. Alle anderen Unternehmen können ihren Abschluss aber dennoch freiwillig nach IFRS erstellen. In Deutschland gilt eine weitergehende Regelung, wonach auch alle Unternehmen die sich im Zulassungsprozess als börsennotiertes Unternehmen befinden nach den Regelungen des IFRS handeln müssen.

Im Unterschied zu den Regelungen des HGB erfolgt die Bewertung nach IFRS zu Marktwerten und nicht zu den Anschaffungskosten. Daran wird deutlich, dass bei der Erstellung des Jahresabschluss nach IFRS, insbesondere den Interessen von Kapitalmarktinvestoren nach Informationen für ihre Anlageentscheidungen entsprochen wird.

Stille Reserven werden nach IFRS zum großen Teil vermieden. Somit ist auch deren ergebnisverbessernde Auflösung weitgehend unmöglich.