Skip to main content

Kurs Buchwert Verhältnis - KBV

Das KBV ist eine substanzorientierte Kennzahl zur Beurteilung der Börsenbewertung. Die traditionelle Theorie des Value Investing besagt, dass eine Aktie umso preiswerter ist, je niedriger ihr KBV ist und dass ihr fairer Wert in etwa dem Buchwert entspricht. Als gutes Investment gilt eine Aktie bei einem ein KBV von 1,5 oder kleiner.

historische Fundamentaldaten

Berechnung des Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV)

Formal wird das KBV anhand folgender Formel berechnet:
Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) = Kurs der Aktie / Buchwert der Aktie 

Dabei ist der Buchwert definiert als:
Buchwert = Eigenkapital / Anzahl der Aktien

Berechnungsbeispiel:
Kurs der Aktie: 50,00 €
Buchwert des Unternehmens: 55,00 €
KBV = 50/55 = 0,91

Datenqualität von Unternehmensdaten

Finanzoo Berechnung des Kurs-Buchwert-Verhältnis

Da in den letzten Jahren auch Franchise-Verträge, Markennamen, Patente und Warenzeichen in die Berechnung des Eigenkapitals einbezogen werden, haben die meisten Unternehmen heute ein höheres KBV. Aus diesem Grund multipliziert Finanzoo.de zur Berechnung des Scores das KBV mit dem KGV und vergleicht das Ergebnis mit einem aus empirischen Studien gewonnenen Faktor. Werte, die unterhalb dieses Faktors bleiben bekommen höhere Scores. 

Im FScore wird das Kurs-Buchwert-Verhältnis mit einem Prozentsatz von 15% berücksichtigt.

US-GAAP und IFRS

Diskussion

Der Buchwert eines Unternehmens stellt letztlich nichts anderes als das Eigenkapital dar. Hierin enthalten sind beispielsweise Lagerhallen, der Maschinenpark, Lagerbestände an Fertigwaren und die Immobilien eines Unternehmens. Häufig wird daher auch von der Substanz eines Unternehmens gesprochen. Wenn nun also das Kurs-Buchwert-Verhältnis einer Aktie unter den Wert von 1,0 fällt bedeutet dies übersetzt nichts anderes, als dass die Aktie an der Börse weniger Wert ist als die Summe sämtlicher Maschinen, Lagerhallen, Fertigprodukte und Immobilien zusammengenommen.

In dieser Logik ist ein niedriges Kurs-Buchwert-Verhältnis nichts anderes als eine Begrenzung des Verlustrisikos, da theoretisch an der Börse zumindest immer der Wert des gesamten Eigenkapitals langfristig wieder erreicht wird.

In der Praxis stellt sich die Beurteilung jedoch etwas komplizierter dar. Zunächst wird die relativ einfach mögliche Manipulation des Kurs-Buchwert-Verhältnisses bemängelt. So wird der Wert von Immobilien häufig mit dem historischen Anschaffungswert angesetzt. Wenn jedoch diese Immobilien zum aktuellen Stand nur noch zu einem wesentlich niedrigeren Wert veräußert werden können, so entstehen Verzerrungen in der Bilanz und das Kurs-Buchwert-Verhältnis wird nur auf dem Papier niedrig ausgewiesen, obwohl es in der Realität bereits höher ist.

Außerdem kann die ausschließliche Betrachtung des Kurs-Buchwert-Verhältnis bei relativ jungen Unternehmen in die Irre führen. Diese befinden sich häufig erst in einer Phase, in der nach und nach Eigenkapital aufgebaut wird. Somit sind sie gegenüber älteren Unternehmen häufig mit verhältnismäßig weniger Eigenkapital ausgestattet.

Fundamentale Kennzahlen

Zusammenfassung

Abschließend kann zusammengefasst werden, dass das Kurs-Buchwert-Verhältnis eine relativ einfach zu berechnende Kennzahl zur fundamentalen Unternehmensbewertung darstellt. Auch kann das Kurs-Buchwert-Verhältnis relativ gut und einfach als vergleichende Kennzahl für die Vorauswahl (Stock Picking) möglicherweise lohnender Investments verwendet werden. Im Sinne einer umfassenden Fundamentalanalyse kann es aber für sich alleine genommen noch nicht als hinreichend betrachtet werden. Hierzu sind weitere aussagekräftige Kennzahlen in die Analyse mit einzubeziehen, bevor eine abschließende Beurteilung aus fundamentaler Sicht erfolgen kann. Im FScore wird das Kurs-Buchwert-Verhältnis daher mit 5 weiteren Kriterien kombiniert verwendet.