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Gesamtkapitalrendite - GKR

Die Gesamtkapitalrendite bzw. Gesamtkapitalrentabilität (engl. Return on Investment kurz ROI) ist eine Kennzahl zur Analyse der Profitabilität. 

Sie gibt an wie ein Unternehmen sein vorhandenes Kapital nutzt, um Gewinn zu erzielen. Eine Gesamtkapitalrendite größer als 12% gilt in einem breit gefassten Aktienmarkt als gut. Liegt die Gesamtkapitalrendite darunter, wird die Bewertung schlechter. Generell gilt, je höher die Gesamtkapitalrendite eines Unternehmens, desto effizienter wird das vorhandene Kapital eingesetzt.

FScore Entscheidungsgrundlage

Berechnung

Formale Berechnung:
Gesamtkapitalrendite (GKR) = (Netto Gewinn + Fremdkapitalzinsen) / Gesamtkapital * 100%

Finanzoo Berechnung:
Zur Berechnung des FScores setzt Finanzoo.de den Netto Gewinn ins Verhältnis zum Gesamtkapital, da hier ausschließlich die operative Rendite interessiert. Es erfolgt keine Sektorenglättung zugunsten kapitalintensiver Branchen. Dies bedeutet, dass für kapitalintensive Branchen die Vergabe des Scores auf gleicher Grundlage erfolgt wie für Branchen mit geringer Kapitalintensität. Insgesamt geht die Gesamtkapitalrendite mit einem Punktwert von 17% in die Berechnung des FScores ein.

Fundamentalanalyse

Abgrenzung

Wichtig bei der Betrachtung der Gesamtkapitalrendite ist die Abgrenzung zu anderen Methoden der Rentabilitätsmessung. In erster Linie sind hier die folgenden Kennziffern zu betrachten: 

  • Eigenkapitalrentabilität = Gewinn / Eigenkapital * 100% 
  • Umsatzrentabilität = Gewinn / Umsatz * 100% 
  • Allgemeine Rentabilität = Gewinn / Kapital * 100%
Fundamentale Kennzahlen

Diskussion

Bei der Berechnung der Gesamtkapitalrendite können unterschiedliche Werte entstehen. Einer davon ist z.B. welcher Rechnungslegungsstandard für den Jahresbericht verwendet wurde. In Frage kommen hierbei HGB, IFRS und US-GAAP. Des Weiteren können unterschiedliche Abschreibungsmethoden oder Nutzungsdauern verschieden angesetzt werden, die den Gewinn beeinflussen können. Dies wiederum erschwert die Vergleichbarkeit einzelner Unternehmen alleine auf Grundlage der Gesamtkapitalrendite.

Beispielsweise wird eingewendet, dass kapitalintensive Branchen bei der alleinigen Betrachtung der Gesamtkapitalrendite aufgrund ihrer bilanziellen Besonderheiten systematisch gegenüber beispielsweise Industrieunternehmen, mit einem in der Regel hohen Anlagevermögen, benachteiligt werden Auch wird häufig kritisch bemerkt, dass wissensbasierte Unternehmen, wie zum Beispiel Pharmaunternehmen und Softwarefirmen, ihre Investitionen oftmals nicht in der Bilanz aktivieren, sondern statt dessen als

Forschungs- und Entwicklungsaufwand verbuchen. Dies mindert dann einerseits die ausgewiesenen Gewinne und andererseits auch das Gesamtkapital und die Bilanzsumme. Somit ist auch in diesem Fall ein branchenübergreifender Vergleich zu Unternehmen anderer Sektoren nur sehr eingeschränkt möglich.

Da die Gesamkapitalrendite als Kennzahl jedoch die Verzinsung des gesamten investierten Kapitals angibt wird sie häufig als eine aussagekräftigere Kennzahl als beispielsweise die Eigenkapitalrentabilität betrachtet. Somit misst die Gesamtkapitalrendite die Effizienz des gesamten eingesetzten Kapitals eines Unternehmens. Vollkommen unabhängig von der Finanzierungsform des jeweiligen Kapitals.

Deutlich wird auch, dass sich die Gesamtkaitalrendite in erster Linie durch zwei Maßnahmen verbessern lässt. Einerseits durch eine Erhöhung der Gewinne. Andererseits aber auch durch geeignete Maßnahmen zur Reduzierung des Kapitals, beispielsweise Kapitalfreisetzungen. 

Im internationalen Sprachgebrauch hat sich als Alternative zur Gesamtkapitalrendite der englischsprachige Begriff des "Return on Investment" oder kurz ROI eingebürgert. Dieser wird synonym zum Begriff Gesamtkapitalrendite verwendet und wird anhand einer nahezu identischen Methode berechnet. Außerdem werden häufig auch die Begriffe und Abkürzungen Gesamtkapitalverzinsung, GK-Rendite, GK-Rentabilität, Investitionsrendite und Unternehmensrentabilität synonym zur Gesamtkapitalrendite verwendet. In aller Regel stecken dahinter identische Berechnungsmethoden und auch die Aussagekraft entspricht zumeist genau der derjenigen der Gesamtkapitalrendite.